Dienstag, 8. April 2008 08:43

Ideenwundertüte 2.0




Webmontag in Bonn? Soso. Da schau ich doch vielleicht mal rein, wo ich es doch die letzten Male in Köln nicht geschafft habe, klang ja immer recht interessant. War dann auch sehr interessant, auch wenn ich mir als Nicht-Startupper und Kaum-Webentwickler teilweise etwas fehl am Platz vorkam. Aber ich hatte meinen Spaß und gelernt habe ich auch noch was, und darauf kommt's doch an, nicht?

Das Café Podcast, das ich bisher nur aus den dort entstandenen Webveröffentlichungen kannte, biederte sich ja metaphorisch fast schon als Austragungsort an, und das hat sich durchaus bezahlt gemacht, in gemütlich-nerdiger Atmosphäre ließen wir uns also von nicht minder nerdigen Beiträgen inspirieren, die fast alle unter dem großen Dach des Web 2.0 und des Crowdsourcing anzusiedeln waren.

MyPeak.net, bei dem ich seit jeher einen nahezu ungenutzten Account rumliegen habe, und über dessen Blog ich überhaupt erst auf diese Instanz des Webmontags aufmerksam geworden bin, war mir ja schon bekannt: Wettbewerbe und Herausforderungen in gemütlicher Community-Atmosphäre. Das "my" im Namen sowie die Farbverläufe auf der Site identifizieren das Angebot über jeden Zweifel erhaben als Web-2.0-Dienst. Vielleicht überlege ich mir mal eine Herausforderung. Mein Problem ist nur: Ich hasse verlieren!

Farbverläufe? Check. Abgerundete Ecken? Check. Multimediale Feed-Applikation? Check. Cellcast.de muss auch ein Web-2.0-Dienst sein! Das Konzept: Podcasten vom Handy. Ich rufe den Webdienst an, spreche auf deren Anrufbeantworter und kann das Gesprochene dann ohne große Mühen in einen Podcast einbinden. Nicht revolutionär, aber wir müssen halt noch alle Tupel-Permutationen von {Feed, Handy, Wiki, Blog, Foto, Podcast, Community} durchexerzieren, bevor wir Web 2.1 andenken können, nicht wahr?

Nach dem gleichen Muster (»Nehme eine Web-2.0-Anwendung und wende sie auf ein Web-1.5-Problem an«) funktioniert auch produki. Abgesehen vom schlimmen Namen gefällt mir die vorgestellte Idee am besten – so sie denn klappt. Produki bietet eine Wiki-Plattform für zentralisierte User-Reviews, -Testberichte, und -Tricks für alle denkbaren (aber hauptsächlich technischen) Produkte; was den verbesserungswürdigen Slogan »Wir lieben Produkte« erklärt. Damit wäre Produki für Ciao.com und Co, was Wikicheats für GameFAQs sein könnte. Heißt: Wenn's klappt, wird's großartig.

Ein paar Details dazu, die ich mir von gestern noch gemerkt habe: Der Anreiz für die User, sich auf produki zu beteiligen, liegt in ihrer Möglichkeit sich zu profilieren. Basic web 2.0 stuff, aber gut umgesetzt. Zu jedem Produkt wird es Hierarchiestufen der Anerkennung geben; jemand, der viele Fragen sinnvoll beantworten kann, steigt auf vom User zum Fan zum Experten und schließlich zum Guru, und die Guru-Position hat nunmal neben der Verantwortlichkeitsübertragung ein enormes Boasting-Potenzial. Jede Produktinformation, alle Pros und Cons, jeder Tipp und jede Frage werden mit Thumb-Up-Thumb-Down-Ratings versehen, was auch eine Hierarchisierung der Informationen möglich machen soll. Ein Musterbeispiel für Crowdsourcing. Ich bin gespannt, ob es funktioniert, denn für so eine Community braucht man einfach eine kritische Masse an Beiträgen und Community vorab, damit es zum Selbstläufer werden kann.

Ich werde da mal mitmachen, nicht zuletzt in der Hoffnung, dass mir endlich jemand sagt, wie ich einen VPN-Client auf mein Nokia E51 bekomme!