Montag, 21. Juli 2008 21:25

Ventil-Einblicke




Valve begeistert mich ja zurzeit mit seiner Kommunikationspolitik, dem Image-Wandel von Steam, den wirklich köstlich aussehenden Trailern und Ankündungen zu Left 4 Dead und nicht zuletzt natürlich mit Team Fortress 2.

Ein wunderbares Beispiel für eine ganze Reihe dieser Aspekte ist ein Post im Developer-Blog von Team Fortress 2. Dort bitten die Entwickler die Community um Ideen, wie das erwartete Heavy-Update auszusehen habe, und präsentieren gleichzeitig Einblicke in die Denkprozesse hinter den Gameplay-relevanten Entscheidungen. Find ich toll, sehr offenherzig, sehr ehrlich und sehr aufschlussreich. Andere Entwickler würden diesem Schritt nicht wagen, womöglich aus Angst, sich Blöße zu geben oder als einfallslos zu gelten, wenn sie sogar die Community um Rat fragen müssen.

Aber bei Valve funktioniert das und die Community dankt es ihnen mit einem mittlerweile 84-seitigen Thread voller nicht ganz so durchdachter und einiger durchaus vorstellbarer Ideen. Wenn die E3-Ankündigungen von Erik Johnson für bare Münze zu nehmen sind, müsste das Heavy-Update bald kommen. Sehr bald.

Ganz im Gegensatz übrigens zu allen dreisten Nicht-Ankündigungen von Nintendo bezüglich Mario, Samus und Zelda, an denen zwar in irgendeiner Form gearbeitet werde (vielleicht), aber zu denen man nichts sagen könne. Die kommen nicht bald. Alles andere als bald. Aber das ist ein anderes Thema.

Montag, 30. Juni 2008 17:38

Lähmende Vielfalt




Nach so einer Prüfungsphase weht ein Hauch von Langeweile vorüber wie eine luftige Brise an einem heißen Sommertag. Es ist fast schon angenehm, nichts Dringendes zu tun zu haben. Ein paar Besorgungen, die liegen geblieben sind, ja, aber keine großen Sachen, und schon gar keine wichtigen.

Diese Einstellung übeträgt sich auf meinen Medienkonsum, stelle ich fest. Ich kann und will nichts Großes anfangen, obwohl ich ja jetzt die perfekte Gelegenheit dazu hätte. Mario Party (PS: gemeint war natürlich Paper Mario) liegt hier rum und verlockt, aber irgendwie ziehts nicht so recht. Statt dessen lieber ein schnelles Ründchen Team Fortress 2, da brauche ich mich nicht in etwas Neues hineinzudenken. Und statt dem lang erwarteten Lost-Aufholen gibts eine Folge Voyager. So bin ich heute sogar lässig an Super Smash Bros. Brawl vorbeigegangen, ohne einen Kaufimpuls zum Impulskauf verspürt zu haben. Danach noch ein Stündchen lesen in der Sonne, so lässt es sich doch leben.

Bin gespannt, wie lange dieser Zustand anhält! ;-)

Sonntag, 29. Juni 2008 13:02

Preisspaßverhältnisreputation




Es gibt so Spiele, die sind einfach zeitlos. Man kann sie ständig spielen oder immer wieder oder beides. Das sind gewöhnlich die Spiele mit einer riesigen Preisleistung. Ich fasse die »Leistung« eines Spiels einfach mal als Produkt aus dem Spaß und der damit verbrachten Zeit auf. Wenn ich zum Beispiel sehe, wie viel Zeit ich allein mit Team Fortress 2 seit dem Kauf der Orange Box verbracht habe, ist das irgendwo zwischen beeindruckend und erschreckend. Vom Spaß, den ich dabei habe, ganz zu schweigen. Zusammen mit den anderen Orange-Box-Spielen habe ich also sicherlich zweihundert Stunden Spaß für knapp fünfzig Euro bekommen. Das ist Preisleistung.

Krasses Gegenbeispiel: Ich habe die Special Edition von Crysis für knapp siebzig Euro gekauft und verflucht und hatte damit ein langes Wochenende Spaß, zwanzig Stunden, wenn ich optimistisch kalkuliere. Und vom Hocker gerissen hat es mich auch nicht wirklich, abgesehen von der Grafik natürlich. Ein ziemliches Missverhältnis. Und wie man beim alten Sack nachlesen kann, ist das nicht das einzige Missverhältnis, wenn es um Crysis geht.

Jetzt hab ich mir eben zum zweiten Mal den zwanzigminütigen Gameplay-Trailer zu Diablo III angetan, und ich weiß jetzt schon, dass ich dort mein Geld gut investiert haben werde. Ähnliches gilt für StarCraft 2. Und einfach alles aus dem Hause Blizzard. Die haben schlichtweg die beste Preisspaßverhältnisreputation von allen Spieleschmieden, die mir einfallen. Um Crytek auf dieser imaginären Preisspaßverhältnisreputationsliste zu finden, müssen wir schon die eine oder andere Bildschirmseite nach unten scrollen.

Das spiegelt sich auch in dem Verhältnis wider, das die Unternehmen zu ihren Kunden aufbauen. Cryteks Yerli-Brüder meckern über uns, wenn sie nur den Mund aufmachen. Die Flagship Studios, die für Hellgate: London verantwortlich waren, sind in meinem Kopf mittlerweile bekannt für ihre Miss- und Deinformation am Kunden – hoffentlich ist für Mythos ein anderes PR-Team verantwortlich! Im Gegenzug dazu hat es Valve durch eine konsequente Informationspolitik geschafft, seine zunächst verpönte Steam-Plattform mit einem durchaus positiven Image zu belegen und Marktführer bei den Online-Spieleplattformen zu werden. Und Blizzard sind mit ihrer No-Bullshit-Kommunikation ganz, ganz weit oben zu suchen.

Dienstag, 11. März 2008 20:24

The Cake is a Spy!




Wie ich so Team Fortress 2 spiele, läuft mir da doch ein Spieler mit dem in der Überschrift angeführten Namen über den Weg. Nichtspieler werden da bestenfalls skeptisch eine Augenbraue kräuseln, Kenner der Orange Box schmunzeln++ vielleicht bei dieser Wortspielerei. Ich fand es jedenfalls sehr gelungen!

Unterdessen war dieser Abend auf einem deutschsprachigen Server auch die spaßigste Zockzeit seit Langem. Und das, obwohl mein Team häufiger verloren als gewonnen hat! Das Spiel war auf einem (für mich) schön hohen Niveau, ich fühlte mich regelmäßig für mein Handeln belohnt, aber ich konnte auch einsehen, wenn jemand eine Unachtsamkeit von mir und meinen Kollegen ausgenutzt hat. Das Teamplay war großartig! (Gut, im anderen Team muss es noch großartiger gewesen sein, aber ich fand's schon sehr ausgereift bei uns.)

Die magisterarbeitsinduzierten Computerneuanschaffungspläne sind auch erstmal für zwei, drei Wochen auf Eis gelegt, bis die neue GeForce verfügbar wird. Entweder ist die ihr Geld wert oder die älteren Modelle werten preiswerter, das sollte ich nach Möglichkeit noch ausnutzen. Wenn das Ding dann mal steht, gibt's eine ganze Reihe an Spielen, die in neuer Grafikpracht ausprobiert werden müssen. Und an der Spitze dieser Liste ist nicht einmal Crysis, sondern Assassin's Creed!

Montag, 5. November 2007 10:55

Game Hopping am Wochenende




War ein ruhiges Wochenende (lies: viel Zeit zum Zocken). Ich hab den zweiten Schwierigkeitsgrad von Metroid Prime 3 mit 100% Completion geknackt und mich weitgehend davor gedrückt, den dritten Schwierigkeitsgrad in Angriff zu nehmen, aber für alle Unlockables brauch ich das wohl noch irgendwann. Dann konnte ich mich endlich durchringen, den letzten Tempel von Phantom Hourglass zu bezwingen, und es hat auch gar nicht weh getan. Ein Review ist mir das Spiel aber nicht wert, nur so viel: Macht Spaß, vergleichsweise wenig zeldaesk, manchmal etwas nervig, ein paar sehr nette Features, aber der große Vorzeigetitel ist es nicht.

Dann ist da ja noch die Sache mit Hellgate: London. Der Händler meines Vertrauens hat Lieferschwierigkeiten (was ihn unter Umständen den Titel »Händler meines Vertrauens« kosten könnte) und so konnte ich noch ein wenig mit dem bis übermorgen verlängerten Beta-Account rumdaddeln. Und, naja, irgendwie bin ich nicht mehr so recht gehypet wie ich es vorher war. Man könnte sagen desillusioniert. Patchbedarf, quasi. Ich habe mich bei einer Gilde (neudeutsch für »Clan«) beworben, weil die wenigen Abschnitte, die ich bisher online mit einer Party gespielt habe, waren immens viel spaßiger als sich solo durchzuschnetzeln. Ich halte mich mit dem Gedanken über Wasser, dass auch Diablo 2 zu Anfang etwas mau war, und erst nach drei, vier Patches und einem Add-On zum Obersuchtfaktor geworden ist, der mich unter Umständen ein bis zwei Zehntel meiner Abinote gekostet hat.

Die Aufnahmeregeln der Gilde haben mich dazu gebracht, mein Mirkofon qua Teamspeak endlich mal auszuprobieren. Hab ich dann gemacht, mit Team Fortress 2. Auf einem deutschen Clanserver. Und mit Voice Communication. Aus »nur mal kurz ausprobieren« wurden dann vier Stunden Spielzeit am Samstagabend und noch ein paar am Sonntag. Und obwohl ich mich ja anfangs eher mäßig wohlwollend darüber geäußert hatte, waren diese Stunden wirklich lohnend. Wenn man in einem Spiel lacht, obwohl man gerade getötet worden ist, dann ist das ein gutes Zeichen.

Und möglicherweise brauche ich nach diesem Wochenende heute mal einen spielfreien Tag.

Sonntag, 21. Oktober 2007 13:09

Game Hopping




Ein bisschen habe ich Angst, der Gaming-Content von Channel Hopping nehme derzeit etwas Überhand. Aber andererseits spiegelt Channel Hopping ja nur wider, womit ich meinen medialen Stundenplan fülle, und da ist neben der Uni zurzeit nun einmal viel Gaming angesagt. Also hier ein paar annähernd zusammenhanglose Gedanken zu den aktuellen Spielen, in ausdrücklich nicht wichtigkeitshierarchischer Ordnung:

Die Beta-Server von Hellgate: London sind für's Wochenende offline – für »Maintenance«, wie es so schön heißt. Ohne mein NDA verletzen zu wollen, kann ich auch nur sagen, dass es in den wenigen Spielstunden, die ich damit verbracht habe, durchaus Spaß macht. Es ist nicht so genial, wie ich mir ausgemalt habe, aber die ersten Spielstunden mit einem neuen Charakter waren auch in Diablo 2 immer etwas unspektakulärer. Dennoch ist es ein sehr gutes Spiel, nur das mit der Premium-Mitgliedschaft werde ich mir wohl noch einmal gut überlegen.

Nachdem am Freitagmorgen Portal schon seinen Abspann zeigen durfe, habe ich mir inzwischen den »Developer's Commentary« auch noch komplett gegeben, und der ist, wie schon ausgeführt, wirklich großartig; hebt den Produktwert nochmal um die Hälfte oder so. Es gibt noch ein paar Fleißaufgaben (»Achievements«) abzureißen, aber die interessieren mich nicht so sehr. In Spielen wie Zelda oder Metroid sind solche Fleißaufgaben intrinsisch motiviert: Wenn man alle Herzcontainer sammelt, hat man es danach einfacher. Und selbst, wenn man diese Vereinfachung gar nicht bräuchte, ist das motivierender als das simple Abarbeiten von gestellten Aufgaben wie »Zerstöre 30 Überwachungskameras!« Indes scheint die Internetgemeinde ordentlich auf Portal abzugehen. Im SpeedDemosArchive werden Tricks und Kniffe für Speedruns bereits eifrig diskutiert, bei d-frag.de erweckt chris das Knobelspiel argumentativ zu neuem Leben und hier stapeln sich die benutzergenerierte Levels bereits auf die Höhe von zwei Bildschirmseiten.

Für Team Fortress 2 bin ich offenbar inzwischen zu alt. Ich habe mal ein bisschen auf irgendwelchen offenen Servern gespielt, aber da werde ich selbst nach einem gewissen Warmwerden mit der Spielmechanik weggebolzt, dass es nur so kracht. Ich hätte gern einen Bot-Modus und ein paar mehr Maps, dann wäre das wirklich ein Anlass, mal eine gute altmodische Netzwerkparty anzudenken. Ein halbes Dutzend Maps ist dafür aber nicht genug – auch wenn die Designer nicht ganz zu Unrecht argumentieren, dass früher in Team Fortress Classic auch nur wenige Maps exzessiv bespielt wurden.

Jetzt kümmer ich mich mal noch um das eine oder andere Kapitel aus Episode Two. Offiziell darf man den Kommentarmodus erst benutzen, wenn man das jeweilige Kapitel schon einmal geschafft hat, aber ich habe eben das erste Kapitel gespielt, ein neues Spiel mit Kommentaren gestartet (schließlich hatte ich das erste Kapitel ja schon abgeschlossen) und zu meiner Freude festgestellt, dass auch im zweiten Kapitel die Kommentare aktiviert blieben. Spoilert manche Szenen minimal, das ist mir aber lieber, als alles zweimal spielen zu müssen. Da hab ich nämlich keine Zeit für, wenn man bedenkt, dass nächste Woche Metroid Prime 3 erscheint und nebenan schon Zelda's Phantom Hourglass gefeaturet wurde.