Montag, 2. Februar 2009 10:06

Things to look forward to or not




In mehreren Entwicklergaragen wird wohl gerade letzte Hand an große Hype-Maschinen gelegt. Zumindest vermute ich das. Ist doch immer so, wenn das Weihnachtsgeschäft abklingt und man die Titel des kommenden Jahres ordentlich positionieren möchte. Ich stelle mir da wirklich so ein bedrohliches Mähdrescher-Karnevalswagen-Hybrid-Gefährt vor, an dem pro Entwicklerstudio zwei Leute klöppeln, um es irgendwann in den nächsten Wochen via GameTrailers auf uns loszulassen.

War ja letztes Jahr so mit Prototype, zum Beispiel. Die haben mich richtig heiß gemacht, sah – für so ein frühes Entwicklungsstadium – echt gut aus. Und dann kleckerte das ganze Jahr über ein bisschen zusätzliches Material heran, und irgendwie sah das spätere Zeug nie besser aus als das frühe Zeug, das mich so gehypet hat. Und prompt schlug bei mir der Hype in eine Art Anti-Hype um. So Assassin's-Creed-mäßig. Aber da war das ja erst nach dem Genuss des Spiels.

Ähnlich geht es mir mit StarCraft 2.1. Also, mit dem ersten Teil der StarCraft-II-Trilogie. Ich schüttel grade den Kopf, wie ich diese Zeilen schreibe. Dass man einen zweiten Teil in eine Trilogie ummünzt... Ach, lassen wir das. Diese Ankündigung hat jedenfalls auch einen derben Hypedämpfer mit sich gebracht, aber eben auf Blizzardverhältnisse zugeschnitten. Das heißt, ich freu mich nicht gerade wie ein kleines Kind auf ein frittiertes Bounty, aber ich werd's mir auf jeden Fall holen. Das ist der Blizzard-Bonus.

Und die Spiele, auf die ich mich wirklich freue, die machen (noch?) gar nicht so ein großes Tamtam. Da wäre DeathSpank, das seit einem halben Jahr mit dem Wort "soonerish" angekündigt wird. Es gibt zwei Texte und drei Videöchen, die sich kaum Teaser-Trailer schimpfen lassen dürfen. Aber von dem, was man so weiß, sieht DeathSpank aus wie Diablo mit Munchkin-Humor. Mein Spiel quasi! Ach, und Diablo 3 wird ja auch sehr verhalten beworben, obwohl die Videos letztes Jahr eigentlich schon eine durchaus spielbare Alpha-Version vermuten ließen. Batman Arkham Asylum hat sich auch unter dem Radar so ein bisschen durchgemogelt und durch äußerst euphorische Beschreibungen bei Invisible Walls auf sich aufmerksam gemacht. Und dann wäre da noch Deus Ex 3, wozu es meines Wissens nur ein, zwei veröffentlichte Artworks gibt, dafür aber eine Pressemitteilung und kryptische Ankündigungen, deren interpretatives Potenzial wahrscheinlich bis heute noch nicht vollkommen ausgeschöpft ist.

Auf diese PR-Tiefflieger freue ich mich zurzeit mehr als auf die groß angekündigten Titel wie Resident Evil 5. Aber das ist natürlich auch schon vorbestellt.

Sonntag, 6. April 2008 16:05

Kane's Story-Chaos




Seit eben kann ich Command & Conquer 3: Kane's Wrath auch zu meinen Exen zählen. Der Singleplayer-Modus war ein kurzer aber netter Spaß, für dreißig Euro durchaus gerechtfertigt, wenn auch leider sehr einseitig: Man kann lediglich die Nod-Fraktion spielen und die Scrin tauchen kaum als Gegner auf. Aber das wird sich wahrscheinlich in den nächsten beiden Add-Ons klären, vermute ich.

Ein weiterer Kritikpunkt: Ich konnte dem intigenbeladenen und verratsgetränkten Plot kaum folgen. Die Story ist auf drei Episoden aufgeteilt, die erste kurz nach dem zweiten Tiberiumkrieg, die mittlere kurz vor dem dritten Tiberiumkrieg (also vor dem Hauptspiel), und die letzte Episode spielt kurz nach dem C&C3-Hauptspiel. Mein Unverständnis mag damit zusammenhängen, dass ich Tiberian Sun nicht durchgespielt und die Add-Ons nicht angefasst habe; aber auch mit diesem Wissen wäre das Storytelling alles andere als einsteigerfreundlich, behaupte ich mal.

Das bedeutet, ich suche mir jetzt erst mal einen umfassenden C&C-Story-Guide, dann schaue ich mir noch ein paar voice-over-kommentierte Gamereplays an, deren Unterhaltungswert auf eine fast unerklärliche Weise faszinierend ist – sowohl aus Sicht des homo ludens, der ich bin, als auch aus Sicht des Medienwissenschaftlers, den die kreativen Energien in der Computerspielerszene verblüffen.

Ich bin mir noch nicht sicher, ob ich diese kommentierten Replays auf der gleichen Ebene sehen möchte wie Machinima, die ja prinzipiell ähnlich hergestellt werden. Machinima haben aber ja einen eher künstlerisch-kreativen Anspruch, während Replays sportlich-produktiv sind, indem sie Strategiediskussionen befördern. Ich bin mal gespannt, ob StarCraft 2, dessen Vorgänger kürzlich sein Zehnjähriges hatte, ähnlich einschlägt und ob es noch umfangreichere Craft-Casting-Features (nocht nicht tm) beinhalten wird.

So, jetzt noch das zeremonielle sonntägliche GameTrailers-Leersaugen, dann eine große Portion Warten auf Altaïr!