Mittwoch, 4. Februar 2009 11:59

Community Manager muss schon ein super Job sein.




Im letzten Jahr ist mir verdächtig häufig die Job-Bezeichnung "Community Manager" aufgestoßen aufgefallen. Da gab's den Ivan von Flagship, der alle Hände voll zu tun hatte, die vielen Hype-Bälle zu jonglieren, die nach und nach durch unförmige Backsteine ersetzt worden sind, was das Jonglieren doch merklich erschwert hat. Bei 2K Boston hat eine nette Community Managerin in den Foren dafür versucht zu sorgen, dass sich die ständigen "Wann kommt endlich der Patch zu BioShock?"-Fragen in wenigen Threads bündeln, statt das ganze Forum zu einer Meckerplattform werden zu lassen.

Die Command-&-Conquer-Leute haben gefühlte sieben Community Manager, ständig tritt irgendwer vor die Kamera, um Battlecast Primetime (herrlich trashing, btw), Command School oder sonstwas abzufilmen. Man merkt irgendwie, spätestens seit Red Alert 3, dass es denen nicht mehr primär ums Gameplay geht. Das sollte ich wahrscheinlich schade finden, zumal mich dabei selbst die Zwischensequenzen nicht motivieren konnten, bis zum Ende durchzuhalten -- trotz Gemma Atkinson und Gina Carrano (die aber leider nur gefühlte 30 Sekunden Screentime hatte). Und für das Expansion Pack können wir uns auf mehr Gemma und eine Extraportion Naturbursche freuen. (Wer diese Anspielung versteht, darf sich einen imaginären Keks nehmen!)

Was macht denn so ein Community Manager eigentlich? Ich stell mir das so vor, dass der auf allen Meetings dabei ist, keinen Peil von Programmierung oder Production Design hat, aber kräftig mitredet, weil er ja das Ohr am Rad der Zeit hat oder so; also quasi nur durch die Fan-Foren surft und da mit ominösen Halbankündigungen um sich wirft. Und nebenbei hat man noch ein bisschen Spaß mit den Fans oder auf Kosten der Fans.

So jetzt grade Micah, der Community Manager für Diablo III. Der hat nämlich offenbar mal Photoshop angeworfen, um den alten Streit um das angeblich zu bunte Art Design des Spiels nochmal aufleben zu lassen: Auf zwei Screenshot-Montagen, die er gepostet hat, sieht man Spielszenen mit einem Regenbogen-Einhorn und dem Ghostbusters-Marshmallow-Man. Fans hatten wohl gewitzelt, wie der neue, "zu bunte" Cow-Level aussehen würde.

Ich bin mir nicht sicher, was ich davon zu halten habe. War das ein kleiner schulterklopfender Scherz mit den Fans zusammen oder ein schenkelklopfender Scherz im Büro, mit dem man die Fans und deren Eifer beim Verteidigen des düsteren Art Designs auf die Schippe nehmen wollte? Unabhängig davon, was es nun ist, als Community Manager sollte man nicht solche ambigen Nachrichten an die hypefiebrigen Fans loslassen.

Zing. Da ist grad ein kleines Eckchen aus der unique Blizzard's Crown of Fan Pleasing gefallen.

Montag, 14. Juli 2008 14:16

Things hitting Fans




Eigentlich wollte ich zu der ganzen Geschichte ja erst etwas sagen, wenn es offiziell ist und ausgestanden. Aber es scheint doch schon ziemlich vorbei zu sein, also erlaube ich mir mal eine eigene Meinung. Also, worum gehts? Wie der alte Sack schon am Samstag protokolliert hat: Die Flagship Studios, die sich nach wie vor für Hellgate: London verantwortlich zeichnen müssen, sind ein bis zwei Schritte über den Abgrund hinaus. Erinnert mich ein bisschen an eine gewisse Cartoonfigur:



Offenbar besitzt der koreanische Partner HanbitSoft inzwischen alle Rechte an den intellectual properties von Hellgate: London und Mythos, nicht wenige (derzeit 19 bestätigte) Mitarbeiter wurden »redundant gemacht«, wie es im Pressemitteilungsenglisch so schön heißt, und Abonnenten wurde die Möglichkeit genommen, ihre Abonnements zu kündigen – ein aufgebrachter Spieler spricht sogar davon, seine Kreditkarte befinde sich nun in Geiselnahme beim Unternehmen. Und das alles geht vonstatten, während von offizieller Seite eine konsequente Des- und Nichtinformationspolitik durchgezogen wird. Forenmitarbeiterin Tiggs löscht und schließt fast kommentarlos einen Thread nach dem anderen, auf der Website sind gar keine News zum Thema (»Patch 1.3D coming live«) und nur im Forum gibt es nur eine Verlautbarung, die (fast) alles dementiert, was so diskutiert und spekuliert wird.

Ich bin der erste, der zugibt, dass er die Güte des Spiels bei Weitem überschätzt hat. Das Potenzial war ja da, aber faktisch gab es viel zu viele Probleme und Problemchen, beim Art Design, beim Gameplay, bei der Technik (s.a. hier). Und irgendwann hat Bill Roper ja auch zugegeben, dass die das Spiel voreilig rausbringen mussten, obwohl es noch nicht annähernd marktreif war. Und man konnte eben nicht mal kurz die Problemchen wegpatchen. Dass ich damals trotzdem über 40 Stunden damit verbringen konnte, lag hauptsächlich an dem netten kleinen Clan, dem ich beigetreten war, wo wir uns das graue Rumgehacke und Rumgeslaye mit netten Unterhaltungen unlangweilig gemacht haben.

Aber ganz unabhängig von der Qualität des Produkts: Der Umgang mit den Fans, den wenigen noch begeisterten Kunden, ist der schlechteste, den ich mir vorstellen kann. Konsequente Nichtinformation, und das nicht erst seit diesem Wochenende, hat das Ganze in meinen Augen noch madiger gemacht als es ohnehin schon war. Klar, Blizzard sagt auch auf die Frage »Wann kommt Diablo III?« nur lapidar: »Wenn's fertig ist!«, aber die gleiche Show kann man nicht abziehen, wenn man stetig zahlende Kunden hat, die auf neue Inhalte warten. Da bin ich noch glücklicher, mich gegen das Lifetime-Abo entschieden zu haben. Und jetzt am Wochenende auch noch ganz dreist einfach die Unsubscribe-Option aus der Accountverwaltung zu löschen, das schießt doch den Vogel ab. Würde mich nicht wundern, wenn es da noch eine class action lawsuit, also Gemeinschaftsklage, als Kirsche auf dem Sahnehäubchen geben würde.

Hoffentlich gehen die Koreaner gut mit Mythos um. Die paar Stunden, die ich dort bisher in der Beta verbracht habe, sahen eigentlich vielversprechend aus – aber da war das geplante Geschäftsmodell ja auch etwas abenteuerlich, also muss ich mich da wohl sehr vorsichtig vorfreuen.

Montag, 19. November 2007 12:51

Stille Nacht, höllige Nacht




Hier ist grade nicht so viel los, zugegeben. Neben der Uni verbringe ich verhältnismäßig viel Zeit auf Sydonai, dem EU-Server von Hellgate: London. So viel Zeit sogar, dass ich tatsächlich über eine Subscription nachdenke. Mal schauen. Unterdessen könnte ich auch noch anderthalb Magisterarbeiten über die Gespräche in den Online-Foren zu dem Spiel schreiben. Was da so geredet und spekuliert wird – teils auch begründet durch die wahrscheinlich absichtlich sehr zurückhaltende Informationspolitik von Flagship Studios – kann nur als spannend beschrieben werden.

Auf push11.com müsste heute etwas passieren, das Video macht aber noch einen recht unschuldigen Eindruck. Ich bin gespannt.

Montag, 5. November 2007 10:55

Game Hopping am Wochenende




War ein ruhiges Wochenende (lies: viel Zeit zum Zocken). Ich hab den zweiten Schwierigkeitsgrad von Metroid Prime 3 mit 100% Completion geknackt und mich weitgehend davor gedrückt, den dritten Schwierigkeitsgrad in Angriff zu nehmen, aber für alle Unlockables brauch ich das wohl noch irgendwann. Dann konnte ich mich endlich durchringen, den letzten Tempel von Phantom Hourglass zu bezwingen, und es hat auch gar nicht weh getan. Ein Review ist mir das Spiel aber nicht wert, nur so viel: Macht Spaß, vergleichsweise wenig zeldaesk, manchmal etwas nervig, ein paar sehr nette Features, aber der große Vorzeigetitel ist es nicht.

Dann ist da ja noch die Sache mit Hellgate: London. Der Händler meines Vertrauens hat Lieferschwierigkeiten (was ihn unter Umständen den Titel »Händler meines Vertrauens« kosten könnte) und so konnte ich noch ein wenig mit dem bis übermorgen verlängerten Beta-Account rumdaddeln. Und, naja, irgendwie bin ich nicht mehr so recht gehypet wie ich es vorher war. Man könnte sagen desillusioniert. Patchbedarf, quasi. Ich habe mich bei einer Gilde (neudeutsch für »Clan«) beworben, weil die wenigen Abschnitte, die ich bisher online mit einer Party gespielt habe, waren immens viel spaßiger als sich solo durchzuschnetzeln. Ich halte mich mit dem Gedanken über Wasser, dass auch Diablo 2 zu Anfang etwas mau war, und erst nach drei, vier Patches und einem Add-On zum Obersuchtfaktor geworden ist, der mich unter Umständen ein bis zwei Zehntel meiner Abinote gekostet hat.

Die Aufnahmeregeln der Gilde haben mich dazu gebracht, mein Mirkofon qua Teamspeak endlich mal auszuprobieren. Hab ich dann gemacht, mit Team Fortress 2. Auf einem deutschen Clanserver. Und mit Voice Communication. Aus »nur mal kurz ausprobieren« wurden dann vier Stunden Spielzeit am Samstagabend und noch ein paar am Sonntag. Und obwohl ich mich ja anfangs eher mäßig wohlwollend darüber geäußert hatte, waren diese Stunden wirklich lohnend. Wenn man in einem Spiel lacht, obwohl man gerade getötet worden ist, dann ist das ein gutes Zeichen.

Und möglicherweise brauche ich nach diesem Wochenende heute mal einen spielfreien Tag.

Freitag, 2. November 2007 11:50

Fleißaufgaben, die Spaß machen




Hellgate: London ist eine einzige Fleißaufgabe. Von vorne bis hinten. Und es macht doch unglaublich viel Spaß. Ich hab den gestrigen Tag mal genutzt (sofern man da von »nutzen« sprechen kann), um zwei, drei Charakterklassen auf dem EU-Server von Hellgate: London auszuprobieren. Praktischerweise darf ich, bis meine Collector's Edition morgen oder am Montag kommt, den Beta-Account weiterhin nutzen und den dann umschreiben in den Retail-Account.

Jedenfalls, was ich bisher von Hellgate gesehen habe, lässt mich zweigeteilter Meinung sein. Ich hatte mich ja andernorts als Fanboy geoutet, und ich weiß noch nicht, ob das nicht etwas voreilig gewesen sein könnte. Das Spiel macht Spaß, die Zeit verfliegt, während man so durch die dämonenverseuchten Untergründe von London pflügt und alles aufklaubt, was auch nur annähernd nützlich erscheint.

Das Gameplay funktioniert echt gut, das angesprochene Pflügen macht echt Spaß. Und in Punkto Items und Ausrüstung haben sich Flagship Studios wirklich Gedanken gemacht, wie man das System aus Diablo 2 verbessern kann. Während dort ab einem bestimmten Level 98% aller Drops sinnlos waren, sind die Verwertungsmöglichkeiten der Items rapide gestiegen. Man kann alles verkaufen, auseinandernehmen, modden, ent-modden, upgraden, mit Attributen versehen und nicht zuletzt handeln. So muss das sein. Die Charakterklassen und Skillverteilungen brauchen, wie zahlreiche Forenpostings belegen, noch etwas Feintuning, aber das war bei Diablo 2 nicht anders (erinnert sich noch jemand an die Hydra-PKs?). Erfahrungsgemäß werden da im Wochentakt Kleinigkeiten nachgepatcht – was im krassen Gegensatz zu einem gewissen anderen Entwicklerstudio steht.

ABER.

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Sonntag, 21. Oktober 2007 13:09

Game Hopping




Ein bisschen habe ich Angst, der Gaming-Content von Channel Hopping nehme derzeit etwas Überhand. Aber andererseits spiegelt Channel Hopping ja nur wider, womit ich meinen medialen Stundenplan fülle, und da ist neben der Uni zurzeit nun einmal viel Gaming angesagt. Also hier ein paar annähernd zusammenhanglose Gedanken zu den aktuellen Spielen, in ausdrücklich nicht wichtigkeitshierarchischer Ordnung:

Die Beta-Server von Hellgate: London sind für's Wochenende offline – für »Maintenance«, wie es so schön heißt. Ohne mein NDA verletzen zu wollen, kann ich auch nur sagen, dass es in den wenigen Spielstunden, die ich damit verbracht habe, durchaus Spaß macht. Es ist nicht so genial, wie ich mir ausgemalt habe, aber die ersten Spielstunden mit einem neuen Charakter waren auch in Diablo 2 immer etwas unspektakulärer. Dennoch ist es ein sehr gutes Spiel, nur das mit der Premium-Mitgliedschaft werde ich mir wohl noch einmal gut überlegen.

Nachdem am Freitagmorgen Portal schon seinen Abspann zeigen durfe, habe ich mir inzwischen den »Developer's Commentary« auch noch komplett gegeben, und der ist, wie schon ausgeführt, wirklich großartig; hebt den Produktwert nochmal um die Hälfte oder so. Es gibt noch ein paar Fleißaufgaben (»Achievements«) abzureißen, aber die interessieren mich nicht so sehr. In Spielen wie Zelda oder Metroid sind solche Fleißaufgaben intrinsisch motiviert: Wenn man alle Herzcontainer sammelt, hat man es danach einfacher. Und selbst, wenn man diese Vereinfachung gar nicht bräuchte, ist das motivierender als das simple Abarbeiten von gestellten Aufgaben wie »Zerstöre 30 Überwachungskameras!« Indes scheint die Internetgemeinde ordentlich auf Portal abzugehen. Im SpeedDemosArchive werden Tricks und Kniffe für Speedruns bereits eifrig diskutiert, bei d-frag.de erweckt chris das Knobelspiel argumentativ zu neuem Leben und hier stapeln sich die benutzergenerierte Levels bereits auf die Höhe von zwei Bildschirmseiten.

Für Team Fortress 2 bin ich offenbar inzwischen zu alt. Ich habe mal ein bisschen auf irgendwelchen offenen Servern gespielt, aber da werde ich selbst nach einem gewissen Warmwerden mit der Spielmechanik weggebolzt, dass es nur so kracht. Ich hätte gern einen Bot-Modus und ein paar mehr Maps, dann wäre das wirklich ein Anlass, mal eine gute altmodische Netzwerkparty anzudenken. Ein halbes Dutzend Maps ist dafür aber nicht genug – auch wenn die Designer nicht ganz zu Unrecht argumentieren, dass früher in Team Fortress Classic auch nur wenige Maps exzessiv bespielt wurden.

Jetzt kümmer ich mich mal noch um das eine oder andere Kapitel aus Episode Two. Offiziell darf man den Kommentarmodus erst benutzen, wenn man das jeweilige Kapitel schon einmal geschafft hat, aber ich habe eben das erste Kapitel gespielt, ein neues Spiel mit Kommentaren gestartet (schließlich hatte ich das erste Kapitel ja schon abgeschlossen) und zu meiner Freude festgestellt, dass auch im zweiten Kapitel die Kommentare aktiviert blieben. Spoilert manche Szenen minimal, das ist mir aber lieber, als alles zweimal spielen zu müssen. Da hab ich nämlich keine Zeit für, wenn man bedenkt, dass nächste Woche Metroid Prime 3 erscheint und nebenan schon Zelda's Phantom Hourglass gefeaturet wurde.