Sonntag, 29. Juni 2008 13:02

Preisspaßverhältnisreputation




Es gibt so Spiele, die sind einfach zeitlos. Man kann sie ständig spielen oder immer wieder oder beides. Das sind gewöhnlich die Spiele mit einer riesigen Preisleistung. Ich fasse die »Leistung« eines Spiels einfach mal als Produkt aus dem Spaß und der damit verbrachten Zeit auf. Wenn ich zum Beispiel sehe, wie viel Zeit ich allein mit Team Fortress 2 seit dem Kauf der Orange Box verbracht habe, ist das irgendwo zwischen beeindruckend und erschreckend. Vom Spaß, den ich dabei habe, ganz zu schweigen. Zusammen mit den anderen Orange-Box-Spielen habe ich also sicherlich zweihundert Stunden Spaß für knapp fünfzig Euro bekommen. Das ist Preisleistung.

Krasses Gegenbeispiel: Ich habe die Special Edition von Crysis für knapp siebzig Euro gekauft und verflucht und hatte damit ein langes Wochenende Spaß, zwanzig Stunden, wenn ich optimistisch kalkuliere. Und vom Hocker gerissen hat es mich auch nicht wirklich, abgesehen von der Grafik natürlich. Ein ziemliches Missverhältnis. Und wie man beim alten Sack nachlesen kann, ist das nicht das einzige Missverhältnis, wenn es um Crysis geht.

Jetzt hab ich mir eben zum zweiten Mal den zwanzigminütigen Gameplay-Trailer zu Diablo III angetan, und ich weiß jetzt schon, dass ich dort mein Geld gut investiert haben werde. Ähnliches gilt für StarCraft 2. Und einfach alles aus dem Hause Blizzard. Die haben schlichtweg die beste Preisspaßverhältnisreputation von allen Spieleschmieden, die mir einfallen. Um Crytek auf dieser imaginären Preisspaßverhältnisreputationsliste zu finden, müssen wir schon die eine oder andere Bildschirmseite nach unten scrollen.

Das spiegelt sich auch in dem Verhältnis wider, das die Unternehmen zu ihren Kunden aufbauen. Cryteks Yerli-Brüder meckern über uns, wenn sie nur den Mund aufmachen. Die Flagship Studios, die für Hellgate: London verantwortlich waren, sind in meinem Kopf mittlerweile bekannt für ihre Miss- und Deinformation am Kunden – hoffentlich ist für Mythos ein anderes PR-Team verantwortlich! Im Gegenzug dazu hat es Valve durch eine konsequente Informationspolitik geschafft, seine zunächst verpönte Steam-Plattform mit einem durchaus positiven Image zu belegen und Marktführer bei den Online-Spieleplattformen zu werden. Und Blizzard sind mit ihrer No-Bullshit-Kommunikation ganz, ganz weit oben zu suchen.

Montag, 24. März 2008 19:22

Von Hasen und Mäusen




Wenn das mal nicht ein gut genutzter Ostersonntag war! Da hab ich den neuen Rechner noch ein bisschen konfigurieren können (zentrale Erkenntnis: Firefox > Maxthon), konnte das alte Notebook mal komplett neu aufsetzen, um dem ganzen Kleininstallationkram Herr zu werden, und habe trotz meinen Deutschproblemen Crysis ausgiebig getestet. Schickes Spiel, aber dazu an anderer Stelle mehr. Soweit hat also das ganze System den speziellen Osterwochenend-Stresstest bestanden.

Das ganze System? Nein. Ein von unbeugsamen... okay, hier überschreitet die Anspielung schon die Grenze des guten Geschmacks. Lassen wir das. Jedenfalls: Die neue Maus (Logitech G3) ist nach nur vier Tagen kaputt. Kein Totalschaden, aber die linke Maustaste quietscht bei jedem Klick. Das ist für eine »Gaming-Grade«-Maus inakzeptabel. Daher werd ich morgen mal schauen, ob sich die fünf Euro Aufpreis für den Goldorder bei Mindfactory gelohnt haben, und reklamieren. Zweifelhaft, ob ich nochmal die gleiche Maus haben möchte.

Daher bin ich jetzt wieder genauso unentschlossen wie zuvor: Welches »Zeigegerät« darf es denn jetzt sein? Mit der Razer Copperhead liebäugele ich ja auch schon seit längerem. Manche Reviews überschlagen sich vor Euphorie, andere scheinen eher gemäßigt grundpositiv zu sein. Und dann gibt es dann ja noch die Logitech MX518, die einen Award nach dem anderen abzuräumen scheint, aber mir etwas zu groß vorkommt und außerdem wollte ich eigentlich eine symmetrische Maus haben.

Habt ihr noch Empfehlungen? Meine Ansprüche sind – dachte ich – gar nicht so hoch: Sie muss kabelgebunden und symmetrisch sein, nicht allzu groß und spieletauglich, gerne Laserabtastung, aber optisch wirds auch tun. Und wenn sie noch kochen kann... Nein, Scherz beiseite: Womit spielt ihr und seid ihr damit zufrieden?

PS: Ostereier suchen nicht vergessen: www.eeggs.com !

Samstag, 22. März 2008 15:36

Deutschkrise




So, neuer Rechner, neues Glück, dachte ich. Ist auch großartig, größtenteils. BioShock sieht zum Anbeißen aus und Tomb Raider Legend vermittelt eine noch einzigartigere Atmosphäre als vorher – oder wars umgekehrt? Ich bin flabbergasted!

Davon abgesehen habe ich heute meine Special Edition von Crysis erhalten. Geil, dachte ich, den Computer mal ausreizen. Leider bin ich dann vom Stuhl gefallen, als ich die Sprachoptionen im Installationsassistenten gesehen habe: Deutsch, Türkisch, Russisch. Punkt. Kein Scrollbalken. EOL, quasi. Kein Englisch. In einer Special Edition! Was fällt Electronic Arts ein?

Ich mein, ich will mich nicht beschweren, dass ungewöhnlicherweise relativ große Minderheiten in Deutschland ihre eigene Sprachversion bekommen, es könnte mir kaum egaler sein. Aber warum wurden die nicht einmal 200 MB umfassenden Sprachdateien auch in englischer Sprache beigefügt? Mir fällt beim besten Willen kein Grund ein, der rechtfertigen würde, die englischen Dateien außen vor zu lassen. Zumal das eine Special Edition ist! Nicht einer. Es macht einfach keinen Sinn, weder betriebswirtschaftlich, noch vom Image her, noch vom Lizenzrecht her. Und ich bin versucht, an dieser Stelle mehr als ein Ausrufezeichen zu benutzen, aber da kann ich mich gerade nochmal zurückhalten!

Garvin (dem übrigens nicht zu unterschätzender Dank für die Hilfe beim Zusammenbau der neuen Maschine gebührt) musste sich schon das eine oder andere Mal einen Spruch von mir reindrücken lassen, dass er bisweilen uninformierte Käufe tätigt und so zum Beispiel die deutsche Version von BioShock über Steam bezogen hat. Und jetzt muss ich mich fragen, ob ich mit der Crysis Special Edition einen ähnlich uninformierten Kauf vollzogen habe oder ob man es überhaupt als fahrlässig ansehen kann, dass ich mich ausnahmsweise nicht erkundigt habe, ob die SPECIAL EDITION über englische Soundfiles verfügt! Mal wieder eine vollendete Vollhorstaktion von Electronic Arts. Danke schön!

Jedenfalls hab ich direkt gegengecheckt: Der bestellte Assassin's Creed Director's Cut kann englisch. Puuuh!