Donnerstag, 3. Juli 2008 15:15

Dem Turi sein Webzwonull




War ja klar, kaum bin ich mit studieren fertig, kommt noch ein interessanter Gastvortrag bei uns an der Uni. Heute Vormittag war Peter Turi im Institut für Kommunikationswissenschaften, seines Zeichens Sebigboss vom »Branchendienst« turi2 und dem etwas weniger ambitionierten Rezeptblog Küchenruf. Dort stand er dann nach einer nicht zu kurzen anekdotisch-biografischen Selbstbeschreibung Rede und Antwort und sah sich – ich darf das mal so wertend sagen – mit einigen sehr kritischen Gegenfragen konfrontiert.

Nachdem Turi also wortreich seine Achterbahnbiografie zum Besten gegeben hatte, stellte er den Kern vom turi2.de-Angebot vor: Man bediene sich rund um die Uhr Tageszeitungen, Fernsehnachrichten, Fachzeitschriften und Online-Quellen, um ein aggreggiertes Portal für Mediennews zu bieten, in knackig-prägnanter Form geschrieben und mit starken Selektionsfiltern, was die Relevant der jeweiligen Meldungen anginge. Es werden also sechs Mitarbeiter beschäftigt, die kontuierlich Nachrichten abschreiben, verkürzen und mit Wertungen versehen; Turi wollte sich gar einer schönen fünfteiligen Alliteration bedienen, um die Funktionsweise zu erklären, bekam aber nur vier zusammen, ganz viel mit kon- und kom- und so. Da hatte ich schon mein erstes Bullshit-Bingo voll!

Anpassbare RSS-Feeds, algorithmusbetriebe Aggregationsdienste (wie z.B. Rivva) und Crowdsourcing bzw. soziales Tagging sieht er offenbar nicht als Konkurrenten für sein Angebot an, denn der Mehrwert der persönlichen Wertung (also die paar Adjektive zwischen den abgeschriebenen Meldungen) und die redaktionelle Nachrichtenwert-Auswahl steche die automatischen Verfahren aus. Mutig, da im gleichen Atemzug von Webzwonull zu sprechen, wo doch gerade voriges Argument seine Wurzeln in den klassischen Medien offenbart. Aber die vier- bis fünftausend täglichen Unique Visits auf der Site scheinen für sich zu sprechen, glaubt er. (Zum Vergleich: Stefan Niggemeier's BILDblog hat rund das Zehnfache an Unique Visits.) Und acht Kommentare unter einem seiner Beiträge gelten schon als eine »hitzige Diskussion«.

Apropos hitzige Diskussion: Für Don Alphonso und Stefan Niggemeier (wir erinnern uns) hat Turi nach wie vor nur Mitleid übrig, schließlich würden die beiden den Ärger geradezu herausfordern mit ihrer »direkten Art«. (Zum Vergleich: In Don Alphonso's Blogbar beginnt eine hitzige Diskussion erst beim Zehnfachen an Kommentaren.) Immerhin haben die beiden eigene Inhalte, war ich versucht zu sagen, aber Turi betonte noch einmal, wie wichtig es sei, die Quellen der Nachrichten mit anzugeben, das würde ja nicht jeder Branchendienst machen. Da war ich wiederum versucht, die Quote zwischen Page Impressions und Unique Visits in die Waagschale zu werfen, die nicht so großartig sein kann, bei all den direkten Ausgangslinks, das war aber müßig, denn bei turi2 gibt's ja jetzt auch Videos!

Ausgewählte Beispiele von »turi2.tv«, in denen »ausgewählte« »Medienmacher« der Kamera im »guten, alten Fragebogenstil« Auskunft über kulinarische Präferenzen geben, stießen im Seminar nicht auf besonders viel Gegenliebe. Aber Webzwonull stehe ja auch für's Besserwerden und kontinuierliche Entwicklung; es ginge nicht darum, mit einer Idee bis zur Perfektion in der Werkstatt zu bleiben, sondern schnell Inhalte verfügbar zu machen. Jetzt auch in größer, damit auch die Werbebanner breiter werden können. Spoken like a true Web2.0 hero!

Dienstag, 1. Juli 2008 07:54

The Mass Effect Wisdom of Crowds




Es mag nicht wie ein äußert entspannendes Buch aussehen, aber für mich ist The Wisdom of Crowds paradiesisch, denn es ist seit Langem ein Buch, das ich vornehmlich aus eigenem Interesse lese und nicht vornehmlich für die Uni. Vor ein paar Wochen habe ich noch Wikinomics gelesen, das mich zwar auch fasziniert hat, aber wenn es eben für die Uni ist, ist es nochmal was anderes.

Jedenfalls, ich les so The Wisdom of Crowds, und eine der Kernthesen ist, dass Gruppen von Menschen meist intelligentere Entscheidungen und Vorhersagen machen können als ein noch so informierter Experte. Das funktioniert am besten, wenn die Gruppe möglichst divers ist, jedes Mitglied seine Meinung unabhängig von den anderen und mit eigenen Ressourcen fällt und wenn dann ein (Markt-)Mechanismus die kollektive Entscheidung bündelt.

Das ist spannend für meine Mass-Effect-Recherche, denn im Prinzip funktioniert metacritic.com genau so, nur dass an der Vielfältigkeit der Reviewer zu zweifeln ist, schließlich sind alle Online-Redakteure für Spiele-Sites. Davon abgesehen ist metacritic.com wohl ein gutes Instrument, um die vorherrschende Meinung über Mass Effect einzuschätzen. Aber für meine Kaufentscheidung ist das noch nicht genug.

Ich konsultiere sehr gerne noch GameTrailers.com für deren Video-Reviews (wer braucht da noch GameStar und co.?), die IGN-Reviews für ihre Ausführlichkeit sowie fellow Blogger, deren Meinung ich einigermaßen einschätzen kann. Lange Rede, kurzer Sinn: Mass Effect ist bestellt.

Montag, 30. Juni 2008 17:38

Lähmende Vielfalt




Nach so einer Prüfungsphase weht ein Hauch von Langeweile vorüber wie eine luftige Brise an einem heißen Sommertag. Es ist fast schon angenehm, nichts Dringendes zu tun zu haben. Ein paar Besorgungen, die liegen geblieben sind, ja, aber keine großen Sachen, und schon gar keine wichtigen.

Diese Einstellung übeträgt sich auf meinen Medienkonsum, stelle ich fest. Ich kann und will nichts Großes anfangen, obwohl ich ja jetzt die perfekte Gelegenheit dazu hätte. Mario Party (PS: gemeint war natürlich Paper Mario) liegt hier rum und verlockt, aber irgendwie ziehts nicht so recht. Statt dessen lieber ein schnelles Ründchen Team Fortress 2, da brauche ich mich nicht in etwas Neues hineinzudenken. Und statt dem lang erwarteten Lost-Aufholen gibts eine Folge Voyager. So bin ich heute sogar lässig an Super Smash Bros. Brawl vorbeigegangen, ohne einen Kaufimpuls zum Impulskauf verspürt zu haben. Danach noch ein Stündchen lesen in der Sonne, so lässt es sich doch leben.

Bin gespannt, wie lange dieser Zustand anhält! ;-)

Sonntag, 29. Juni 2008 19:01

Amazon.de Affiliate




Ab sofort ist Channel Hopping ein Amazon.de Affiliate. Das heißt nicht viel, nur dass ich jetzt für die Textlinks auf bestimmte Produkte, die ich ohnehin schon häufiger gesetzt habe, einen kleinen Obolus bekomme, wenn irgendjemand diesem Link folgt und das Produkt bestellt. Das wird sich häufig in Reviews und in der »Auf der Agenda«-Funktion benutzen lassen. Weder die Inhalte noch das Layout werde ich in irgendeiner Form ändern, um irgendjemanden in irgendwelche Impulskäufe hineinzuschlawinern, also keine Sorge. Und dem Nerdcore-René zufolge springt dabei auch nicht so viel raus, dass er jetzt in Saus und Braus leben und haufenweise DVDs bestellen könnte. Aber vielleicht bekomme ich ja auf diese Weise wenigstens die Hosting-Kosten wieder rein, das wäre schön.

Mittwoch, 16. April 2008 11:48

Moderne Odyssee




Alles fing ganz harmlos an. Die Billigbatterien, die ich an meine Fernsehfernbedienung verfüttert habe, sind im Gerät ausgelaufen. Musste ja irgendwann mal passieren. Kein Biggie, die Batterien entsorgt, die Suppe rausge-q-tip't und neue Batterien rein. Ging gut. For a while.

Gestern Abend hat sich dann die kleine Kontaktfeder endgültig rausoxidiert, was die Fernbedienung effektiv getötet hat. Na gut, die alte programmierbare Tchibo-Fernbedienung rausgekramt und auf den Fernseher programmiert – was bereits die ersten Forensuchen nötig machte. Ging gut, bis auf die AV-Taste, die auf der Universal-Fernbedienung offenbar nicht vorgesehen ist. Nicht die optimale Lösung also.

Aus dem benachbarten Nerdlager kam nun der Vorschlag, mein E-51-Smartphone zur programmierbaren Fernbedienung zu machen, hat ja schließlich auch Infrarot-Funktionalität. Also eine Software besorgt und zu installieren versucht. Ging gut, abgesehen davon, dass es nicht ging.

Also erstmal die verhasste Nokia Suite auf den Rechner, damit müsste es ja schließlich gehen. Die Enterprise Edition lässt den Nutzer angeblich auch customizen, welche Funktionen er braucht und welche er uninstalliert lassen möchte. War eine Lüge, das Ding hat sich ohne Abfragen wie eine Krake über mein System und den Autostart-Ordner hergemacht. Aber ich wollte ja eine Universal-Fernbedienung haben, also mal kurz die Bluetooth-Verbindung herste... Nein? »Cannot authenticate the phone.« Ah, ja, danke.

Eine neue Suche im euphemistisch benannten »Support«-Forum von Nokia lässt darauf schließen, dass das Problem bekannt ist, schließlich datieren einige Fehlerreports sogar zurück bis 2006. Liegt offenbar am Bluetooth-Treiber, kann man so spontan nichts machen. Aber ich hab ja immer noch das Nokia-Connection-Cable, dessen Wert sich offenbar darin begründet, dass die anderen Alternativen alle nicht funktionieren. Also endlich die Fernbedienungs-Software aufs Handy. Ging gut, nur dass mein Fernseher natürlich nicht in der Liste der unterstützten Geräte ist.

Meinen DVD-Player kann ich jetzt mit dem Handy ansteuern, aber nicht meinen Fernseher. Großartig. Außerdem habe ich jetzt jede Menge Treiber- und Anwendungspröll von Nokia auf dem Rechner, der zudem noch nicht ordentlich über Bluetooth funktioniert. Ich habe anderthalb Stunden Lebenszeit unwiederbringlich verloren und ich muss mir jetzt doch eine neue programmierbare Fernbedienung kaufen, will ich irgendwann mal wieder Wii spielen. Was ein toller Tag.

Donnerstag, 10. April 2008 18:59

Abgestaubt




Bevor ich mich in das Spektakel stürze, das Assassin's Creed mit Sicherheit ist:

Heute öffnete die Fibo, ihres Zeichens die größte europäische Fitness- und Wellnessmesse, ihre Pforten für das Fachpublikum. Warum ich das ausgerechnet in mein Blog über Medien und Computerspiele schreibe? Die diesjährige Fibo hat auch Videospiel-Content! Nintendo ist mit einem nicht zu kleinen Stand vertreten und präsentierte neben dem DS und ihrem Vorzeigesportimitationsspiel Wii Sports auch die Wii Fit. And guess what, dazu gab es auch ein kleines Geschenk. Ich bin jetzt mehr oder minder stolzer Besitzer von exklusiven Nintendo-Wii-Fit-Promo-Socken! Na wenn die mal nicht bei eBay für mindestens den Gegenwert einer europäischen Rock Band weggehen, dann... dann werd ich mir Rock Band eben nicht holen.

So, nu aber. Altaïr, ich komme!