Samstag, 7. Februar 2009 10:49

REmembering




Die Story von mehrteiligen Spieleserien ist ja immer so ein Problem. Oder mehrere Probleme, wenn man es genau nimmt. Viele der Kritikpunkte von Ludologen an dem Narrationsverständnis von Narratologen basieren auf diesen Problemen. Das sind so zwei verschiedene Denkrichtungen innerhalb der Game Studies, die einen halten -- grob vereinfacht -- Spiele für Erzählmedien mit ein bisschen Knöpfchendrücken, die anderen glauben, Spiele sind interaktive Medien, auf die man so ein bisschen Storytelling gepropft hat.

Ein Beispiel, weil es grade so aktuell ist: Die Spielereihe Resident Evil umfasst inzwischen rund ein Dutzend Spiele, die alle angeblich im gleichen Universum stattfinden, in dem dieser große Pharmakonzern namens Umbrella diesen zombiefizierenden T-Virus erfunden hat. Soweit ist auch alles gleich. Aber sobald man ein bisschen in die Details schaut, manifestieren sich viele kleine Widersprüche zwischen den einzelnen Titeln.

Ein zentrales Problem dabei ist natürlich, dass schon im ersten Teil der Serie mehrere Enden möglich waren, je nach Charakterwahl und Entscheidungen während des Spiels. Für den weiteren Verlauf der Handlung erklären die Entwickler dann eines dieser Szenarien zum Kanon, das heißt sie definieren eines der möglichen Enden zum "richtigen" Ende. Bei Prügelspielen wie Street Fighter ist das noch problematischer, denn klassischerweise hat dort jeder der Charaktere eine eigene Story und von den teilweise über 20 möglichen Enden ist nur eins das "offizielle". Nicht selten führt das zum sog. Retconning, also dazu, dass die Schreiber im Nachhinein eine Story doch wieder so uminterpretieren, dass sich das irgendwie mit den aktuellen bzw. für den kommenden Teil geplanten Geschehnissen verträgt.

Und, naja, bei so komplizierten und verästelten Geschichten wie der des Resident-Evil-Universums nimmt das paradoxe Dimentionen an. Fans haben ellenlange Plot Guides geschrieben, in dem gut gemeinten Versuch, alle Details unter einen Hut zu bekommen. Und pünktlich zum Release von Resident Evil 5 wird Gametrailers seine Resident-Evil-Retrospektive abgeschlossen haben, die das Ganze nochmal etwas visuell ansprechender verpacken wird. Und dann gibt es da ja noch so eine gewisse Speed-Run-Seite, die einem zusätzlich die Tränen der Rührung in die Augen treibt.

Ich hätte ja gerne Speed Runs, wo die Zwischensequenzen nicht immer weggedrückt werden. Dann könnte ich nochmal grade alle Teile an einem faulen Sonntagnachmittag durchschauen und wäre sehr gerüstet für Resident Evil 5. Als ob mich Degeneration noch nicht genug gehypet hätte...

Freitag, 3. Oktober 2008 13:44

The Enemy sends little babies to fight.




Die wenige Freizeit, die ich habe, wird systematisch eingeschränkt von den ganzen Medienangeboten, die ich vorher schon immer genutzt habe. Aber da hatte ich noch mehr Freizeit und es ist mir nicht aufgefallen, wie schnell sich diese Kleinigkeiten aufaddieren können. Allein die tägliche Blog- und GameTrailers-Lektüre frisst Zeit. Immerhin habe ich jetzt auf der Arbeit den NewsGator auf meinen Account eingerichtet, so dass ich da zwei Artikel lesen kann, wenn ich zwischen zwei Terminen ein paar Minuten haben sollte.

Gestern Nacht musste dann ganz spontan mit meinem Mitbewohner und zwei Kumpels eine kleine Diablo-II-LAN-Session anberaumt werden – Ewigkeiten nicht mehr gemacht, aber ich war verwundert, wie schnell man auf lange verloren geglaubtes Wissen zurückgreifen kann.

Mach mal BO an! Und wenn ihr beide auch noch einen Akt-2-Merc nehmt, haben wir noch zwei Auren mehr, wenn es verschiedene Auren sind, stacken die Effekte. Und zieht denen was an, sonst gehen die sofort drauf. Das Merc-Inventory ist auf O. So, wo gabs jetzt nochmal den Horadrim-Stab?

Abgesehen vom schrecklichen nerdigen Denglisch, in das man sofort verfällt, und das für Außenstehende wahrscheinlich vollkommen unverständlich ist, war das eine großartige, fast schon nostalgische Angelegenheit. Ich musste mir zwar schnell einen Charakter auf Level 30 hacken, um einsteigen zu können, aber ab dann lief es hervorragend. Sowas lässt mich/uns sehr vorfreudig in Richtung Left 4 Dead (wozu übrigens seit Anfang der Woche offiziell gebloggt wird) und latürnich Diablo III blicken.

Und jetzt genieße ich mal den freien Tag, indem ich ein bisschen was von dem Berg abtrage, der sich auf meiner ToDo-Liste angesammelt hab...

Freitag, 26. September 2008 18:56

Stau




Für den allgemeinen Mediensüchtigen ist es nicht von Vorteil, eine 55- bis 60-Stunden-Woche zu schieben. Es bleibt einfach zu viel liegen. Und wenn man dann auch noch in der wenigen Freizeit, die man hat, bei Amazon shoppen surft, ist man selbst Schuld. Jetzt stapeln sich hier nämlich so einige Sachen:

Gus Hansen's Every Hand Revealed, sein Logbuch zu den kompletten Aussie Millions, die er letztes Jahr gewonnen und in denen er jede Hand mit einem Diktiergerät aufgezeichnet hat – um jetzt mit dem Buch nochmal 1,2 Millionen obendrauf zu verdienen. Die ersten 50 Seiten lasen sich jedenfalls schon sehr spannend, aber mit der Meinung bin ich wahrscheinlich in der Minderheit.

Dann noch (endlich) The Witcher in der Enhanced Edition. Da traue ich mich aber noch nicht über das Intro-Video hinaus, denn wenn mein Schichtplan weiterhin so aussieht, wie er aussieht, mag ich gar nicht erst richtig in so ein Zeitfressmonster einsteigen, solange ich es nicht richtig genießen kann. Das Intro sieht jedenfalls mal echt schick aus.

Darunter liegt noch das komplette Warcraft III, das ich mir jetzt auch endlich mal kaufen musste, weil mir der Clan die Ohren vollheult wegen Tower Defense. Wahrscheinlich hätte es da auch gereicht, nach gemtowerdefense.com zu gehen, aber dafür sieht jetzt meine Profilseite vom Blizzard Shop züchtig fanboyish aus.

Wenn man das alles noch zu den Dingen aufsummiert, die hier eh noch rumliegen und konsumiert werden wollen, brauche ich Urlaub. Bald. Denn die Liste der upcoming games wird auch nicht kürzer.

Montag, 8. September 2008 08:33

Identitätsneid, Teil 2




Nachdem ich ja schonmal bekundet hatte, Adam Baldwin hätte ein erstrebenswertes Leben, ist das gleiche wohl auch über Geoff Keighley zu sagen.

Der Host von GameTrailers.TV, der quasi wöchentlich durch die nördliche Hemisphäre jettet, um die Größen der Spiele- und Entertainment-Industrien zu interviewen, gilt der englischen Wikipedia zufolge als einer renommiertesten Computerspiel-Journalisten. Eigentlich könnte ich die Auflistung hier schon aufhören, oder? Ganz nebenbei hat er sich einen kleinen »Hero +2«-Bonus geholt, als er gegen die Windmühlen des computerspielbezogenen Skandaljournalismus geritten ist, und mit Amanda Mackay zu arbeiten ist wahrscheinlich nicht das schlimmste Los, das man so ziehen kann. Keighley ist der einzige Mensch außerhalb von Blizzard, der den geheimen Release-Termin von Diablo III kennt. Das ist aber pure Spekulation meinerseits.

Freitag, 18. Juli 2008 08:06

Bond, Ludlum, Raynor und wie sie alle heißen




Das letzte Amazon-Päckchen, das vorgestern angekommen ist, hat mich vollends in die Süchtelei geworfen. Inzwischen ist meine Media Agenda so voll, ich komme mit aufschreiben kaum hinterher.

Über den Amazon-DVD-Verleih-Service habe ich jetzt die komplette James Bond 007: Ultimate Edition auf meine Liste gedübelt. Das ist wesentlich besser, als die komplette Box für knapp 300 Euro zu erwerben, wenn ich die Filme ohnehin nur einmal sehen möchte. Dann kann ich endlich mal mein Versäumnis aufholen, dass ich mich in den 007-Filmen kaum auskenne. Ich hab wahrscheinlich den Großteil gesehen, bin aber völlig verloren in ihrer Chronologie. Und mit den Titeln hab ichs auch nie so gehabt, so dass ich bisher noch nicht einmal nachhalten konnte, welche ich noch nicht gesehen habe. Jetzt mach ich einfach das komplette Programm durch und bin danach umfassend informiert. Wenns Timing stimmt, kommen wir ja gerade rechtzeitig für das schrecklich betitelte Quantum Trost.

Robert Ludlum ist neben Tom Clancy für mich der Inbegriff von literarischem Fastfood, daher schien es mir angemessen, nach meinem Uni-Marathon jetzt mal etwas geistig Ungesundes zu konsumieren. Prompt schickt mir Amazon dessen Sigma-Protokoll und das ist auch genau das Richtige für meine derzeitige Stimmung. Außerdem bin ich jetzt erst recht gespannt auf Alpha Protocol, ein Action-RPG im Spionage-Setting, das auch auf der E3 näher vorgestellt wurde. Irre, wie sich die Titel ähneln, mh?

Und apropos, neben der E3-Berichterstattung (bei der ich eh schon nicht mehr hinterher komme) habe ich hier neuerdings auch noch StarCraft wieder akquiriert. Da wundert mich, warum ich den CD-Key nicht in den Blizzard-Store eintragen kann, der Customer Support hat mir darauf noch nicht geantwortet. Ich müsste das nämlich mal auf Englisch spielen, bevor StarCraft 2 erscheint – aber wahrscheinlich habe ich da noch genug Zeit für. En Taro Adun, Exekutor!

Und dann gibt es da noch so einen Clan, den ich mir mal anschauen möchte...

Ach, und PS: Ich hab jetzt auch ein längst überfälliges About!

Freitag, 11. Juli 2008 12:53

Zwei kostenlose Fortnights




Wie lange warte ich auf eine Gelegenheit, das ansonsten kaum zu gebrauchende britische Wort »Fortnight« mal in einem halbwegs sinnvollen Kontext zu benutzen und diese Woche präsentierten sich derer gar zwei! Eine Fortnight ist nichts anderes als die Zeitspanne von 14 Tagen, aber das in die Überschrift zu schreiben hätte nicht annähernd so viel Spaß gemacht. Jedenfalls. Ich bin jetzt für zwei Wochen testhalber Amazon.de-DVD-Verleih-Kunde und World-of-Warcraft-Ausprobierer.

Dass ich auf den DVD-Verleih nicht früher aufmerksam geworden bin, ist möglicherweise ein Versäumnis, dann hätte ich nämlich wahrscheinlich die 14 · 25 Euro für die komplette Voyager-Edition gespart. Aber eins nach dem anderen. Ich kann mir bei Amazon.de jetzt ständig zwei DVDs ausleihen, die so lange behalten, wie ich möchte, und sobald ich die zurückschicke (auf deren Kosten), bekomme ich die nächste DVD auf der von mir verwalteten Leihliste zugesandt. Kommt auf 15 Euro im Monat und beinhaltet natürlich eine immense Auswahl an DVDs, eben auch die aus Serien-Boxen. Eine typische 7-DVD-Box entspricht demnach sieben einzelnen DVDs, aber das ist trotzdem noch wesentlich günstiger als die alle zu kaufen, vor allem, wenn man sie eh nur einmal sehen möchte.

Einziges Manko bisher: Man teilt sich natürlich den vorhandenen Stock mit allen anderen Kunden. Das hatte in meinem Fall zur Folge, dass die ersten sieben DVDs, die ich eingequeuet habe (wasn Wort!), mit dem Vermerk »sehr lange Wartezeit« versehen waren. Offenbar bin ich nicht der einzige, der Outer Limits zwar nochmal sehen, aber nicht kaufen will. Das heißt dementsprechend, dass DVDs, die weiter unten in meiner Liste stehen, aber verfügbar sind, den Vorrang bekommen, sobald ich eine DVD zurückschicke. Interessanterweise steht nirgendwo auf der Website der genaue Auswahl-Algorithmus für dieses Procedere, es ist nämlich noch komplizierter als es aussieht.

Ein Gedankenexperiment: Wenn Outer Limits bei mir an Stelle 1 der Liste mit der besagten Wartezeit ausgewiesen ist, bekomme ich immer eine DVD von weiter unten zugeschickt. Heißt das, wenn ich Pech habe, bekomme ich nie meine Outer-Limits-DVD, weil mir immer jemand zuvorkommt? Oder wird dir DVD reserviert, wenn der Ausleiher vor mir sie zurückschickt? Dann haben andere Pech, denn wenn ich fies Schrägstrich faul bin, bleibe ich wochenlang auf meiner DVD sitzen und die reservierte DVD liegt im Lager bis zum Sanktnimmerleinstag. In den zwei Wochen werde ich also verstärkt darauf achten, wie die Verfügbarkeiten so verteilt sind. Wenn ich immer ein halbes Jahr auf alles warten muss, spar ich mir das Geld lieber.

Die zweite kostenlose Testversion habe ich eben im Gamestop mitgenommen: World of Warcraft. Ist ja fast unglaublich, dass ich noch nie selbst Hand an das Spiel gelegt habe, obwohl ich schon so viel darüber gelesen und so vielen Leuten dabei zugesehen habe. Also wird auch das mal ausprobiert, mal sehen, wie süchtig es wirklich macht, oder ob ich danach nur noch mehr Lust auf Diablo III haben werde.