Sonntag, 21. September 2008 09:07

Mirror's Ebbe




Zugegeben, meine multilingualen Wortspiele waren mal besser, aber das lässt sich auch über die Anzahl der interessanten Spiele zu einem gegebenen Zeitpunkt sagen. Zurzeit, und hier spiegelt sich die Überschrift selbst, ist da ziemlich Ebbe irgendwie. Ich habe tatsächlich aktiv nach einem Spiel gesucht, das mir die wenigen freien Stunden, die ich zwischen den Schichten im September habe, versüßen kann, aber ich bin enttäuscht worden.

Der einzige Lichtblick scheint Drakensang zu sein, aber dazu mag ich mich nicht so recht aufraffen, aus möglicherweise irrationalen Gründen. Der offenbar nicht minder komplexe Witcher in der Enhanced Edition wäre allerdings sofort in meinem Einkaufskorb gelandet, wäre er nicht auf kommende Woche verschoben worden – Kaufentscheidungen sind schon hochgradig gefühlsgeleitet.

Vielleicht schaffe ich jetzt endlich mal das Sigma-Protokoll durch, bis ich nächste Woche nochmal mit dem polnischen Fantasy-RPG flirte...

Was die anderen interessanten Spiele angeht, da prügelt sich alles um den November, wie es aussieht. Ein Auszug aus meiner To-Watch-Out-For-Liste:

C&C: Red Alert 3 (30. Oktober 2008)
Chrono Trigger (NDS) (1. November 2008)
Left4Dead (7. November 2008)
Tomb Raider Underworld (21. November 2008)

Und das namens- bzw. wortspielgebende Mirror's Edge verschiebt sich in der PC-Version offenbar auch nach Q1 vom kommenden Jahr. Von Prototype mag ich mal gar nicht reden, dass hat seinen Hype-Status verspielt, als sie die ersten Gameplay-Videos gezeigt haben, die mir sagten, dass die Marketing-Abteilung im Hause Radical besser ist als die Open-World-Looking-Good-Gameplay-Abteilung. Aber da lasse ich noch mit mir reden.

Montag, 8. September 2008 08:33

Identitätsneid, Teil 2




Nachdem ich ja schonmal bekundet hatte, Adam Baldwin hätte ein erstrebenswertes Leben, ist das gleiche wohl auch über Geoff Keighley zu sagen.

Der Host von GameTrailers.TV, der quasi wöchentlich durch die nördliche Hemisphäre jettet, um die Größen der Spiele- und Entertainment-Industrien zu interviewen, gilt der englischen Wikipedia zufolge als einer renommiertesten Computerspiel-Journalisten. Eigentlich könnte ich die Auflistung hier schon aufhören, oder? Ganz nebenbei hat er sich einen kleinen »Hero +2«-Bonus geholt, als er gegen die Windmühlen des computerspielbezogenen Skandaljournalismus geritten ist, und mit Amanda Mackay zu arbeiten ist wahrscheinlich nicht das schlimmste Los, das man so ziehen kann. Keighley ist der einzige Mensch außerhalb von Blizzard, der den geheimen Release-Termin von Diablo III kennt. Das ist aber pure Spekulation meinerseits.

Dienstag, 12. August 2008 21:48

Perl: <3




Es gibt so Augenblicke, da liebe ich Perl und reguläre Ausdrücke.

s/(?:-\s+)?s?(\d{1,4})\s*(?:x|e|\s)+(\d{1,2})(?:\s+-)?/sprintf('- %01dx%02d -',$1,$2)/ie;

Das war so einer.

Mittwoch, 6. August 2008 12:46

Beta-Parade




It is our pleasure to invite you to participate in the first wide release of the Red Alert 3 public beta test. We will continue to grow the pool of beta participants over the course of the beta, but for now you will be one of the first people outside of the development team to have the opportunity to play Red Alert 3.

Ich bin dann mal...

Meldet euch, wenn ihr auch einen Beta-Key bekommen habt, dann können wir mal zusammen spielen, das ist immer etwas angenehmer als gegen die anonymen Korea-Hansels, die schon alle »imba«-Strategien ausgecheckt haben, während ich noch die Hotkey-Belegung memoriere...

Montag, 4. August 2008 08:57

Dem Spiegel seine Ecke




Es muss wirklich Saure-Gurken-Zeit sein, wenn ich nun schon wieder einem noch gar nicht erschienenen Spiel einen Beitrag widme, aber bei Mirror's Edge bin ich eben sehr gespannt, was daraus wird, aber gleichzeitig mahne ich mich zur Vorsicht, nicht dem Hype zu erliegen.

Den E3-Ankündigungen nach zu urteilen, soll das Spiel das First-Person-Action-Adventure-Genre mit seinen Innovationen zu neuen Höhen treiben. Man spielt Faith, eine wieselflinke Botin in einer sicherheitsorientierten (lies: paranoiden) Großstadt der nahen Zukunft und muss dementsprechend Informationen von A nach B befördern, und zwar rennend, springend, rutschend und mehr ausweichend als kämpfend. Sieht auch zugegebenermaßen gar nicht übel aus, aber was das Gameplay angeht, bin ich noch nicht vollends überzeugt.

Ironischerweise hat Mirror's Edge auch bei den GameTrailers-E3-Awards nicht etwa das beste Action-Adventure gewonnen (das ist der neue Prince of Persia), und auch nicht das innovativste Game (das wiederum ist Little Big Planet), sondern »nur« die beste neue Franchise. Was mich ja schon ein bisschen stutzig werden lässt, zusätzlich zu meinen anderen Bedenken.

Ich befürchte nämlich auch, die PR-Maschinerie könnte die Nicht-Linearität des Spiels drastisch überbetonen, wie etwa bei Crysis, wo ich besser nichts mehr zu sage. Oder die Spielzeit könnte an akuter Verkürzung leiden, wie etwa bei Portal, schließlich war dort auch das grundlegende Prinzip sehr neu und sehr toll, die Anwendungsmöglichkeiten im Leveldesign haben sich aber nach drei Spielstunden schon erschöpft gehabt. Oder die Steuerung könnte zu einfach sein. Wenn ich wie bei Assassin's Creed einfach nur konsequent auf [rennen] und [springen] drücken muss, und der Charakter bewegt sich flüssig und kontextsensitiv durchs Level, dann ist das schön und gut, aber vom Spielerischen her nicht die Offenbarung. Zumal der jeweils beste Weg durch »Runners' Vision« immer rot eingefärbt wird, was dem Spieler zusätzliche Denkarbeit abnimmt. Nicht, dass ich als Spieler dann in eine Trance verfalle, nur noch auf die roten Elemente tunnelblicke und dem so präsentierten Pfad dank einfachster Steuerung problemlos folgen kann. Das wäre nicht das optimale Spiel für mich.

Ich bin jedenfalls weiterhin gespannt, vermeide es aber noch vorsichtig, gehypet zu werden. Anders als bei Diablo III und Left 4 Dead zum Beispiel, wo ich es fast schon genieße, mich mitreißen zu lassen. Den Comic und das leider spanische, aber dafür 30-minütige Video [via] kann man sich ja mal anschauen... Unverbindlich.

Samstag, 2. August 2008 10:13

Abdanken leicht gemacht




Und dann war da noch dieses verlockende GameStar-Cover, das 15 Seiten Preview-Strecke zu Diablo III verspricht, zusammen mit einem Mega-Video und was nicht alles. Habe ich mir dann mal gekauft. Weniger aus Interesse am Spiel, denn ich war mir relativ sicher, als Fanboy der nullten Stunde ziemlich genau auf dem Wissensstand zu sein, den auch die GameStar-Redaktion hat, sondern mehr aus dem gleichen Interesse, mit dem kleine Jungs den überfahrenen, aber noch lebenden Igel mit einem Stock anstubsen, um zu sehen, was passiert.

Denn wie auch Meedia protokolliert hat: Der Printsektor der Computerspielezeitschriften löffelt sich langsam, aber stetig das eigene Grab. Und als Musterbeispiel kann wunderbar die Diablo-III-Berichterstattung in der aktuellen GameStar herhalten. »Wir haben das Spektakel [das Worldwide Invitational von Blizzard] hautnah miterlebt, mit den Entwicklern gesprochen und alle verfügbaren Informationen gesammelt,« verkündet der Autor stolz, doch erscheint die Ausbeute etwas mager. So gut wie alle »Informationen« sind im Internet hinlänglich bekannt oder trivial. Ich würde sogar sagen, drei Viertel der »Informationen« entstammen einzig dem 20-minütigen Gameplay-Video von Blizzard, das vor über einem Monat erschienen ist.

Ich habe besagtes Video bestimmt vier Mal komplett gesehen, und da kamen mir die Screenshots, die GameStar in ihrer »Preview-Strecke« präsentiert, schon reichlich bekannt vor. Alle. Das Original-Video umfasst außerdem einen Audio-Kommentar von Blizzard selbst, aber die GameStar hat es vorgezogen, die unkommentierte Version (in Einzelteile zerlegt!) auf die DVD zu brennen, kein Wörtchen darüber zu verlieren, dass es sich um ein offizielles Video handelt, und selbst ein bisschen darüberzuquatschen, was man so weiß bzw. spekuliert.

Diablo 3 ist seit jeher dafür bekannt, Ihnen immer wieder dicke Bossgegner vor den Mauszeiger zu schicken &ndash Teil 3 geht noch einen Schritt weiter!

WTF?

Aller Wahrscheinlichkeit nach baut Blizzard einen dynamischen Schwierigkeitsgrad ins Spiel. Soll heißen: Je mehr Teilnehmer vorhanden sind, desto schwieriger werden die Kämpfe.

Sag bloß!

Zu allem Überfluss gibt der Redakteur nicht einmal seine Quellen preis, sondern versucht im Audio-Kommentar den Eindruck zu erwecken, bei dem Video handele es sich um den Mitschnitt seiner Session aus einer bereits spielbaren Version:

Oh, was ist das für eine Kiste? Mh. Ist doch bestimmt was Nettes drin. Gleich mal draufklicken! [peinliche Pause bis zum besagten Klick, die daraus resultiert, dass sein Audio-Kommentar nicht gut mit dem Video synchronisiert ist] Oops. Okay. Was jetzt? Na klar, ne Falle!

Ich gebe zu, es kann nicht einfach sein, 15 Magazinseiten und 20 DVD-Minuten mit den Nicht-Neuigkeiten zu füllen, aus denen die Diablo-III-Ankündigungen nunmal bestehen. Es ist Blizzards modus operandi, bestehende Spielprinzipien zur Perfektion zu überhöhen und nicht unbedingt innnovative Glanzleistungen zu vollbringen. Es kann aber nicht die Lösung sein, die die Mega-Offenbarungen zu versprechen, die wenigen Informationen aber dann künstlich aufzubauschen und wichtiges (essentielles!) Quellenmaterial nicht als solches zu kennzeichnen. Chance verspielt.