Freitag, 21. September 2007 17:27

Lara Croft. Und sonst eigentlich nichts.




Wäre dies Jeopardy, dann wäre die Überschrift die AntwortFrage zu der FrageAntwort »Was verbindet die Tomb-Raider-Computerspiele mit den Kinofilmen?«

Oder?

Klar, es gibt auch jede Menge Ruinen, ein paar semimagische Artefakte und ein paar böse Buben mit Waffen, aber wenn nicht Angelina Jolie einen der bekanntesten Computerspielavatare verkörpern würde, dessen Name auch im Titel der Filme vorkommt, erinnerten die Filme nur vage an die Spiele. Von dem, was ich von Relic Hunter zufällig gesehen habe, sieht das vom Setting her sehr ähnlich aus. Dicke Titten auf der Suche nach alten Klunkern. Relic Hunter ist keine Computerspieleadaption, Tomb Raider ist eine (bzw. zwei sogar).

Und wie sieht's aus mit Resident Evil? Zombies? Check. Zombiehunde? Check. Geheimlabor unter Herrenhaus? Check. Aber hören da schon die Gemeinsamkeiten zwischen Spiel und Film auf? Ist es nicht vielleicht auch ein bewusst eingesetztes Stilmittel, dem Zuschauer alle Geschehnisse aus der Perspektive der Protagonisten zu zeigen, wie es in den meisten Spielen der Fall ist? Könnte man im Fall von Resident Evil davon sprechen, dass die Gegner einen allmählich ansteigenden Schwierigkeitsgrad haben? Oder dass der zweite Teil der Trilogie mit dem Kampf gegen einen Endgegner (»Nemesis«) abschließt?

Sind diese Beispiele nur kleine Augenzwinkerer für die Zuschauer, die auch die Spiele gespielt haben, oder konzeptionelle Bestandteile einer Computerspieleverfilmung? Brauchen die etwas Spielhaftes im Film, um ihre Herkunft zu betonen? Sowohl in Mortal Kombat als auch in Dead or Alive werden große Turniere unter den besten Kampfsportlern der Welt(en) porträtiert, den Spielen nachempfunden, die ja ihrerseits an Hintergrundgeschichte nicht gerade eine detailliert ausgefeilte Welt liefern. Die berühmte First-Person-Sequenz aus Doom ist natürlich in erster Linie eine Hommage, genau wie die für Kenner wiedererkennbaren Waffen und Gegner. Aber könnte man der Mars-Station nicht auch ein gewisses Leveldesign zugestehen? Ruhige Abschnitte voller Spannung, die sich mit rasanten Actionpassagen abwechseln?

Ich glaube, so hollywoodesk die Filme auch gemacht sind, wenn man etwas genauer hinschaut, erkennt man oft viel mehr Details, die auf ihre Computerspielwurzeln hindeuten, als man zunächst annehmen würde.


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