Bei RTL arbeiten auch ein paar nicht ganz so intelligente Programmplaner. Wie ich gerade beim ersten Tag vom DSDS-Recall sehe, sollen natürlich auch wieder einige gesangliche Gurken rausgeworfen werden, die in erster Linie überhaupt nur in den Recall gekommen sind, weil sie freakig, minderheitenzugehörig oder kurzberockt waren.
Irgendwo hat mal einer herausgefunden, dass man die Zuschauer besser in die Werbung schickt, wenn man eine gewisse Spannung aufbaut. Etwa, indem man eine Entscheidung offen lässt, deren Auflösung dann zwölf Werbespots später kommen soll. Normalerweise. Aber bei RTL arbeitet man schon an den neuen Trends im Feld der Zuschauerverarsche (neben den altbekannten).
Dort lässt man Dieter Bohlen vor versammelter Mannschaft sagen: »Wer glaubt denn von euch, dass er ein Riesenstar werden könnte?« Alle Hände gehen hoch. »Wir sehen das ein bisschen anders.« Schnitt. Ab in die Werbung. Nein, halt. Noch ein kurzer Teaser der Marke »Das sehen Sie gleich«. Und was sehen wir gleich? Kandidaten, deren Weiterkommen noch im argumentativen Limbus hätten sein sollen, sehen wir schon im ach so nervenaufreibenden Re-Recall. Adé, du schöne Ambiguität, adé Spannung.
Und nach der Werbung wird es auch nicht besser. Dieters Rede, cont.: »Wir müssen uns an dieser Stelle von euch verabschieden... [gewöhnlich wäre in dieser dramatischen Pause der Spannungsbogen zum Zerreißen gespannt] Aber wir sehen uns morgen wieder, weil ihr echt geil ward!« [Tick. Tick. Tick.] Tadaa. Freudestränen in Slow-Motion. Durchgenudelter Kuschelrocksong im Hintergrund. Fastgefühlvolle Interviewschnipsel.
Hach, ist Fernsehen nicht schön? Glotze an, Hirn auf Standby, dann geht's doch eigentlich.
Irgendwo hat mal einer herausgefunden, dass man die Zuschauer besser in die Werbung schickt, wenn man eine gewisse Spannung aufbaut. Etwa, indem man eine Entscheidung offen lässt, deren Auflösung dann zwölf Werbespots später kommen soll. Normalerweise. Aber bei RTL arbeitet man schon an den neuen Trends im Feld der Zuschauerverarsche (neben den altbekannten).
Dort lässt man Dieter Bohlen vor versammelter Mannschaft sagen: »Wer glaubt denn von euch, dass er ein Riesenstar werden könnte?« Alle Hände gehen hoch. »Wir sehen das ein bisschen anders.« Schnitt. Ab in die Werbung. Nein, halt. Noch ein kurzer Teaser der Marke »Das sehen Sie gleich«. Und was sehen wir gleich? Kandidaten, deren Weiterkommen noch im argumentativen Limbus hätten sein sollen, sehen wir schon im ach so nervenaufreibenden Re-Recall. Adé, du schöne Ambiguität, adé Spannung.
Und nach der Werbung wird es auch nicht besser. Dieters Rede, cont.: »Wir müssen uns an dieser Stelle von euch verabschieden... [gewöhnlich wäre in dieser dramatischen Pause der Spannungsbogen zum Zerreißen gespannt] Aber wir sehen uns morgen wieder, weil ihr echt geil ward!« [Tick. Tick. Tick.] Tadaa. Freudestränen in Slow-Motion. Durchgenudelter Kuschelrocksong im Hintergrund. Fastgefühlvolle Interviewschnipsel.
Hach, ist Fernsehen nicht schön? Glotze an, Hirn auf Standby, dann geht's doch eigentlich.
Kommentare
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Auch auf die Gefahr hin mich zu wiederholen, aber du hast wirklich zuviel Zeit.
Oder hast du eine bessere Entschuldigung für die Wahl deines TV Programmes?
Oder hast du eine bessere Entschuldigung für die Wahl deines TV Programmes?
Ich bin Medienwissenschaftler. Das ist meine Allroundausrede in diesen Dingen. Muss doch wissen, was in dne einflussreichsten deutschen Shows so abgeht...
Amen to that.
Ich kann's auch nicht mehr sehen, überall die selbe Verarsche des künstlichen Spannungsbogens. Das wird wirklich unglaubwürdig, und ich freue mich auf die Live-Sendungen. Da hat man zumindest damals so nen Verzögerungs-Kram nicht getrieben.
Ich kann's auch nicht mehr sehen, überall die selbe Verarsche des künstlichen Spannungsbogens. Das wird wirklich unglaubwürdig, und ich freue mich auf die Live-Sendungen. Da hat man zumindest damals so nen Verzögerungs-Kram nicht getrieben.
Wie gut, dass ich keinen Fernseher habe und von dem ganzen Schmarrn verschont bleibe. Aber halt' uns mal auf dem Laufenden, das ist ja schließlich deine Mission als Medienwissenschaftler
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