Sonntag, 28. Mai 2006 18:37

Das Wartespiel des Jahres



Es gibt Sachen, auf die lohnt es sich zu warten. Und es gibt Sachen, bei denen weiß man nicht, ob es sich lohnt, aber man wartet trotzdem. Und bei meinem persönlichen und frisch erkorenen Wartespiel des Jahres, Hellgate: London, bin ich mir noch nicht einmal sicher, was von beidem es ist. Nachdem ein mögliches Diablo 3 nun schon mehrere Jahre in der Gerüchteküche weichgekocht wird (z.B. hier, hier und hier), ist Hellgate in seinem Produktionsstatus schon sehr konkret.

Auf der E3 wurde bereits ein Appetitanreger in Form eines Cinematic Trailers präsentiert, der zwar natürlich nichts über die Qualität des Spielkonzeptes aussagen kann, aber trotzdem verdammt gut aussieht. Die aktuelle PCPowerplay enthält ein großes Special mit einem knapp 10-minütigen Ingame-Video, das schon die beiden bisher konzipierten Charakterklassen vorstellt. Und auf der Homepage von Entwickler Flagship Studios steht seit drei Wochen ein Podcast mit News über Hellgate zur Verfügung.

Worauf deuten all diese Informationen hin? Hellgate wird ein Action-Rollenspiel in den Fußstapfen von Genre-Vorreiter Diablo 2. Die postapokalyptische Geschichte versetzt die Helden ins zerstörte und von Dämonen überrannte London, wo sie sich mit allerlei futuristischen Gerätschaften gegen die Übermacht der Höllenbrut zur Wehr setzen müssen – okay, das klingt jetzt wie ein schlechter Promo-Trailer. Einfach gesagt: Hellgate wird ein Cyberpunk-Diablo. Man spielt offenbar in First-Person- oder Over-The-Shoulder-Perspektive mit einem »soft aiming«, man trifft also schon (die richtigen Statuspunkte vorausgesetzt), wenn man grob in die Richtung des Gegners zielt. Klingt sowohl gewöhnungsbedürftig als auch innovativ.

Ob das Spiel tatsächlich dieses Jahr erscheint, ist fraglich. Einerseits bestehen die Flagship Studios hauptsächlich aus alten Blizzard-Mitarbeitern, die schon mit Diablo zu tun hatten, andererseits könnten sie auch aus ihren Fehlern gelernt haben, und dieses Mal kein Bananenprodukt zu früh veröffentlichen. Ebenfalls ungeklärt ist zurzeit noch die Frage, ob online Spaßhaben regelmäßig kosten wird á la World of Warcraft oder ob man sich an das Vorbild vom Battle.net hält und die Spieler lediglich das Programm (und die sicherlich erscheinenden Add-Ons) kaufen lässt. Im zweiten Fall lohnt sich das Warten sicher auch blind.


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